Das Projekt »100 Tote« veranstaltete Bürger.Courage 2005 auf den Dresdner Elbwiesen.
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„Geschichtsklitterung nicht durchgehen lassen“ Bürger.Courage kritisiert Aussagen von Innenminister Ulbig

Die Dresdner Initiative Bürger.Courage kritisiert die Aussagen des sächsischen Innenministers Markus Ulbig im heute erschienenen Interview mit der „Sächsischen Zeitung“. Ulbig beklagte darin die „frühere Zerrissenheit zwischen den Protestgruppen“ bei der Auseinandersetzung mit den jährlichen Neonazi-Aufmärschen in Dresden um den 13. Februar.
 
„Bei allem Respekt vor dem sächsischen Innenminister – diese Geschichtsklitterung kann man der CDU nicht durchgehen lassen“, sagt Christian Demuth, Vorsitzender von Bürger.Courage. „Es gab früher keine Zerrissenheit der Protestgruppen. Es gab auf der einen Seite verschiedene Gruppen in der Stadt, die aktiv und friedlich gegen den Nazi-Aufmarsch protestiert haben – und zwar schon lange bevor sich Blockade-Bündnisse bildeten. Und es standen auf der anderen Seite eine Staatsregierung und eine CDU, die sich nur minimal oder gar nicht gegen den großen Nazi-Aufmarsch engagiert haben. Oder, noch schlimmer, die friedliche Proteste dagegen kriminalisierten und sabotierten.“
 
Bürger.Courage freue sich, dass „sich etwas zu bewegen scheint“ und die Staatsregierung erkannt habe, wie wichtig ein breiter Protest der Bürgerschaft gegen Neonazis sei. „Es sollte aber nicht vergessen werden, dass viele engagierte Gruppen in der Bürgerschaft, die eine aktive Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus einfordern, bei der Staatregierung jahrelang auf taube Ohren gestoßen sind – und diese tut nun so, als sei sie schon immer die Speerspitze im Kampf gegen Nazis“, kritisiert Demuth weiter. „Da wäre ein wenig mehr Selbstkritik durchaus angebracht.“ Zudem betont der Verein, dass Staatsregierung und CDU erst im kommenden Februar ihre „Nagelprobe“ hätten, ob sie „tatsächlich hinter einem starken Protest aller Demokraten gegen Neonazis stehen“ und diesen Protest in wirklicher Hör- und Sichtweite des Nazi-Aufmarschs ermöglichen.


Denk.Bar!

In unserer Denk.Bar wollen wir mit Euch und Ihnen diskutieren und Ideen entwickeln, wie gesellschaftskritische Aktionen im öffentlichen Raum dargestellt werden können. Statt »immer nur dagegen « zu sein, möchten wir konkret werden. Dazu suchen wir kreative Menschen, die etwas verändern wollen.
An jedem 2. Donnerstag im Monat wird es in der Denk.Bar Input-Vorträge zu Themen wie Rechtspopulismus, Rassismus oder Anti-Demokratie geben. Danach wollen wir mit Euch über konkrete, mögliche Projekte diskutieren!

Wo: Scheune Dresden
Wann: ab 20 Uhr


09.Februar 2012 - Besprechung der aktuellen Projekte:
Wir wollen mit euch die aktuell laufenden Projekte besprechen und deren Umsetzung weiter voranbringen. Dabei wird es vor allem um das Schubladen-, das Bist-du-nützlich- und das Bannerprojekt ringsum den 13. Februar gehen.

Bürger.Courage fordert schnelle Aufklärung über Rechtsterrorismus und kritisiert Staatsregierung   

Die Dresdner Initiative Bürger.Courage zeigt sich besorgt angesichts der neuen Erkenntnisse über eine Nazi-Terror-Zelle in Zwickau. Der Verein warnt davor, die Gefahr durch Neonazis zu unterschätzen:

„Es klingt wie ein mieser Krimi“, sagt der Vorsitzende Christian Demuth. „Eine Nazi-Terror-Gruppe hat jahrelang ihre Blutspur durch die Republik gezogen und sich dann mitten in Sachsen eingenistet – und keiner hat’s gemerkt.“ Demuth spricht von einem „sehr mulmigen Gefühl“, das er als Mitglied eines bürgerlichen Vereins gegen Nazis empfindet, „wenn man so etwas erfährt. Man fragt sich: Müssen wir Angst vor Terror haben? Wir als Bürgerinitiative fordern Aufklärung. Und zwar schnell.“

In diesem Zuge greift Bürger.Courage auch die sächsische Staatsregierung an. Man habe als Bürger im Freistaat in den letzten Monaten das Gefühl vermittelt bekommen, dass „uns Horden von linken Schlägertruppen überrennen wollen“, so Demuth. „Es auch absurd, welchen Aufwand die Behörden im Freistaat machen, um die Wohnung eines Pfarrers in Thüringen zu durchsuchen. Und wenn die Erkenntnisse stimmen, sitzt gleichzeitig eine Nazi-Terrorgruppe scheinbar unbehelligt in Zwickau.“

Die Staatsregierung müsse sich wieder mehr auf die rechte Gefahr konzentrieren. „Der Alltag vieler Menschen ist vom kleinen „Terror“ durch Nazis bestimmt“. Ebenso gebe es in Sachsen und Dresden viele Personen, die Nazi-Parteien wie die NPD als normale Partei betrachten.


Projektideen
Nazis und die DDR
Faschismus im Land des Antifaschismus? Die Fakten um diesen damals augenscheinlich gelebten Widerspruch sind auch heute den meisten Menschen nahezu unbekannt. In dem Projekt soll es daher um rechte Strukturen und Denkweisen in der DDR- und Wendezeit gehen. Es will über bestehende Wissenslücken und Wahrnehmungsneigungen rund um dieses einstige Tabuthema aufklären und damit auch ein Stück weit helfen, die aktuellen Probleme mit Nazis vor allem in Ostdeutschland besser verstehen und einzuordnen zu können. Hintergründe

Rassismus im Dresdner Alltag
Mithilfe von Interviews soll durch das Projekt eine öffentlichkeitswirksame Thematisierung von Alltagsgeschichten von MigrantInnen in Dresden erfolgen. Dieses Projekt steckt noch in den Kinderschuhen und ruft nach kreativen Umsetzungsideen...Ideen willkommen!





Dresden, eine braune Stadt - damals und heute Unsinn? Der Mythos Dresden
Auch dieses Projekt steht in seiner Entwicklung noch am Anfang. Wichtig ist es uns, auf eine interessante und streitbare Art und Weise die Orte kenntlich zu machen, die den Mythos Dresdens als unschuldige Stadt entlarven. Hierbei ist beispielsweise an den Münchner Platz (Bücherverbrennung 1933), den Theaterplatz (Jubelparade für Hitler) und den Bahnhof Neustadt (Deportationen) zu denken. Dazu wollen wir eine "braune Stadtkarte" in den öffentlichen Raum projizieren. Die Umsetzung des Projekts könnte anlässlich des 9. Novembers erfolgen - dem "Schicksalstag der Deutschen", an dem sich mehrere folgenreiche Ereignisse der deutschen Geschichte jähren.


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